Dumont Reiseverlag

Der DuMont Reiseverlag aus Ostfildern gehört zu den ersten Adressen der deutschen Reiseliteratur, und mit dem Band Ostfriesland, Oldenburger Land unter dem Motto Erholung pur ist das Haus in dieser Übersicht vertreten. Zwischen all den Ostfriesenkrimis, die diese Seite versammelt, steht der Reiseführer für die Gegenperspektive: dieselbe Region, nur ohne Leichen, dafür mit Wegbeschreibung.

DuMont und Ostfriesland: Erholung pur als Programm

Das Titelversprechen Erholung pur trifft den Kern dessen, was diese Region ihren Gästen anbietet, und es ist ehrlicher, als es klingt. Ostfriesland verkauft keine Sensationen, sondern Entschleunigung: weite Himmel, Deichwege, Wattwanderungen, die Teezeremonie als gelebte Langsamkeit, dazu die Inseln als autofreie oder zumindest autoarme Gegenwelten. Dass der Band das Oldenburger Land gleich mitbehandelt, ist geografisch folgerichtig, die Übergänge zwischen Ostfriesland und dem Oldenburgischen sind fließend, wer von Aurich Richtung Jadebusen fährt, bemerkt die Grenze allenfalls am Ortsschild, und Ausflugsziele wie Wilhelmshaven oder das Zwischenahner Meer gehören für viele Küstenurlauber selbstverständlich zum Programm.

Der verzeichnete Titel

  • Ostfriesland, Oldenburger Land: Erholung pur

Reiseführer und Regionalkrimi: zwei Gattungen, ein Publikum

Auf einer Krimiseite hat ein Reiseverlag seinen berechtigten Platz, denn die beiden Buchgattungen teilen sich seit Jahren dasselbe Publikum. Die Ostfrieslandkrimis haben Hunderttausende Leser mit den Ortsnamen der Region vertraut gemacht, mit Greetsiel und Norddeich, mit Langeoog und Carolinensiel, und ein erheblicher Teil dieser Leserschaft will die Schauplätze irgendwann mit eigenen Augen sehen. Umgekehrt greifen Urlauber nach der Rückkehr gern zum Krimi, der dort spielt, wo eben noch der Strandkorb stand. Der Reiseführer ist das Scharnier zwischen beiden Welten: Er übersetzt die literarische Landkarte in eine praktische, mit Anreise, Unterkunft und dem Hinweis, wann die Fähre geht.

Die Verlagsmarke spielt dabei ihre eigene Rolle. DuMont steht im Reisesegment für redaktionell gründlich gearbeitete Führer mit kulturellem Anspruch, das Haus bedient vom klassischen Reiseführer über Bildbände bis zu Wander- und Radkarten die ganze Palette, und ein Ostfriesland-Titel aus diesem Programm signalisiert entsprechend: Hier wurde die Region ernsthaft bereist und aufbereitet, nicht aus Pressemappen kompiliert. Für eine Gegend, die von Auswärtigen gern auf Teekanne und Deichschaf reduziert wird, ist diese Sorgfalt keine Kleinigkeit, denn die eigentlichen Qualitäten Ostfrieslands, die Fehnkultur, die alten Kirchen auf ihren Warften, die Museumslandschaft zwischen Emden und Jever, erschließen sich erst dem zweiten Blick.

Als Einheimischer sehe ich Bände wie diesen mit Wohlwollen: Gut informierte Gäste sind die angenehmsten, sie wissen, dass man das Watt nicht ohne Führung betritt, dass der Tee seine Reihenfolge hat und dass Erholung pur hier kein Werbespruch ist, sondern schlicht die Beschreibung des Landschaftszustands. Wer seine Ostfriesenkrimis liebt und die nächste Reise plant, macht mit der Kombination aus beidem alles richtig, der Krimi liefert die Vorfreude, der Reiseführer den Fahrplan, und die Region den Rest.

Bücher aus dem Verlag