Klaus muss wech – Der humorvolle Cosy Crime aus Ostfriesland
Zwei Frauen mit einem mörderischen Problem … und einer Lösung: Klaus muss wech Ein humorvoller Kriminalfall für Fans vom Friesland Krimi …
Klaus muss wech, mehr Norddeutschland passt kaum in drei Worte. So heißt der humorvolle Cosy Crime aus Ostfriesland von Sonja Zimmer, und der Titel erledigt die Positionierung im Alleingang: Wer ihn liest, weiß sofort, dass hier nicht der düstere Serienthriller wartet, sondern ein Krimi mit Zwinkern, gesprochen im Tonfall der Region, wo das weiche wech dem harten weg seit jeher vorgezogen wird.
Man muss die Machart dieses Titels würdigen. Klaus muss wech, das ist ein Satz, wie er am Gartenzaun fällt, beim Tee, im Vereinsheim, und er lässt herrlich offen, was gemeint ist: Muss Klaus aus dem Verein, aus dem Haus, aus dem Dorf, oder muss Klaus, nun ja, endgültig wech? Genau in dieser Doppeldeutigkeit zwischen Alltagsseufzer und Mordkomplott liegt der Humor, den das Genre Cosy Crime verspricht. Die englische Gattungsbezeichnung hat sich auch hierzulande eingebürgert und meint jene Spielart des Krimis, die auf drastische Gewalt verzichtet und stattdessen auf Figuren, Milieu und Situationskomik setzt, das Verbrechen als Störfall im Gemütlichen. Dass ausgerechnet Ostfriesland dafür ein ideales Biotop ist, liegt auf der Hand: Eine Region, deren Alltag von Ritualen wie der Teetied strukturiert wird und deren Menschen Aufregung traditionell für schlechten Stil halten, bietet dem Cosy Crime die perfekte Fallhöhe. Nirgends wirkt ein Mord unpassender, und nichts ist komischer als Menschen, die angesichts einer Leiche vor allem darauf achten, dass die Form gewahrt bleibt.
Das kleine Wort wech ist dabei mehr als ein Gag, es ist eine Standortbestimmung. Hochdeutsch geschriebene Bücher mit norddeutscher Klangfarbe im Titel signalisieren, dass die Sprache der Figuren ernst genommen wird, dass hier Menschen reden, wie an der Küste geredet wird, knapp, trocken, mit doppeltem Boden. Der Vorname Klaus tut ein Übriges: kein Killer, kein Kommissar, sondern ein Klaus, also jemand, den jeder kennt, der Nachbar, der Vereinskollege, der Schwager. Cosy Crime lebt von diesem Personal aus der Mitte des Dorfes, wo die Verdächtigen zugleich die Menschen sind, mit denen man am Sonnabend beim Bäcker ansteht.
Für die Leserschaft der Ostfrieslandkrimis füllt ein solcher Titel eine erfreuliche Nische. Das Genre hat seine großen ernsten Reihen und seine atmosphärischen Küstenthriller, aber der ausdrücklich humorvolle Krimi, der sich selbst nicht zu wichtig nimmt, ist seltener, als man denkt, und er hat seine treue Gemeinde: Menschen, die abends lieber schmunzelnd einschlafen als mit Puls. Ein Einzeltitel hat dabei den bekannten Vorteil der Unverbindlichkeit, kein Serienrückstand, keine zwanzig Vorgängerbände, einfach aufschlagen und lesen, am besten mit einer Kanne Ostfriesentee in Reichweite, das Buch legt die Begleitung ja praktisch nahe.
Über die Autorin macht die Werkliste keine weiteren Angaben, und dabei bleibt es, Spekulationen sind hier nicht das Geschäft. Was sich sagen lässt, sagt der Titel mit entwaffnender Klarheit: Sonja Zimmer hat einen Krimi geschrieben, der Ostfriesland von seiner vergnüglichen Seite nimmt und schon auf dem Umschlag so klingt wie die Region selbst. Wer beim Stöbern nach dem nächsten Ostfrieslandkrimi über diese drei Worte stolpert und grinsen muss, gehört zur Zielgruppe, und Klaus, der arme Kerl, hat seinen Zweck damit schon halb erfüllt.
Zwei Frauen mit einem mörderischen Problem … und einer Lösung: Klaus muss wech Ein humorvoller Kriminalfall für Fans vom Friesland Krimi …