Flammenkiller – Ostfrieslandkrimi
Im siebten Abenteuer von Lukas Jansen bekommt er es mit zwei Großmächten im Wettbewerb um die Energieversorgung für Deutschland zu tun. In …
XinXii ist eine Berliner Self-Publishing-Plattform der ersten Stunde, über die Autorinnen und Autoren ihre E-Books in die großen Shops distribuieren, und in dieser Übersicht steht der Name für einen Titel vom härteren Ende der Ostfriesenkrimis: den Flammenkiller von Nick Stein, Band 7 der Reihe um den Ermittler Lukas Jansen.
Der verzeichnete Titel gehört zu einer Serie, die sich schon im Namen vom gemütlichen Standard des Genres absetzt. Die Jansen-Reihe arbeitet mit dem Signalwort Killer, dem Flammenkiller gingen Inselkiller, Sturmkiller und Urlaubskiller voraus, und verspricht damit Ostfrieslandkrimis mit Thrillertempo: weniger Teetafel, mehr Bedrohung. Das Feuer als Leitmotiv des siebten Bandes hat an der Küste seine eigene Schwere, in einer Landschaft, in der Reetdächer, Holzbuden und alleinstehende Höfe dem Wind ausgesetzt sind, gehört der Brand seit jeher zu den gefürchtetsten Katastrophen, und ein Täter, der mit Flammen arbeitet, rührt an kollektive Urängste der Region. Dass solche Stoffe ihren Weg über eine Distributionsplattform zur Leserschaft finden, ist typisch für die Arbeitsteilung im modernen Spannungsmarkt.
XinXii gehört zu den Diensten, die das unabhängige Publizieren technisch möglich machen: Die Plattform nimmt das fertige E-Book entgegen und verteilt es an die relevanten Verkaufsstellen, vom großen Onlinehändler bis zu den Tolino-Shops des Buchhandels. Für das Genre der Ostfrieslandkrimis ist diese Infrastruktur ein stiller Erfolgsfaktor, denn ein erheblicher Teil der Neuerscheinungen entsteht außerhalb klassischer Verlagsstrukturen, und ohne die Distributoren gäbe es den kurzen Weg von der Autorentastatur zum Lesegerät nicht. Das Modell hat dem Genre seine charakteristische Vielfalt beschert: Reihen können in eigenem Takt erscheinen, Nischen und härtere Tonlagen finden ihr Publikum ohne Programmkonferenz, und die Leser stimmen mit dem Kaufknopf ab, welche Serien weiterlaufen. Die Jansen-Reihe mit ihren sieben Bänden hat diese Abstimmung erkennbar bestanden, niemand liest sich bis zum Flammenkiller vor, wenn die Killer davor nicht überzeugt haben.
Für Leserinnen und Leser bedeutet der Plattformname im Impressum das Übliche: Er beschreibt den Vertriebsweg, nicht die Qualität. Die verlässlicheren Kompasse sind Reihenkontext, Bandzahl und Leseprobe, und bei Serientiteln die einfache Frage, ob das Konzept zur eigenen Stimmung passt. Beim Flammenkiller ist die Antwort klar umrissen: Wer den Ostfrieslandkrimi als Kuscheldecke mit Leiche schätzt, ist bei den humorvollen Reihen des Genres besser aufgehoben, wer dagegen die vertraute Küstenkulisse mit höherem Puls erleben will, Deiche und Dünen als Jagdrevier statt als Postkarte, findet hier die passende Gangart.
Aus regionaler Sicht sei angemerkt: Auch die dunklen Spielarten gehören zum vollständigen Bild des Genres. Ostfriesland ist nicht nur Teetied und Kluntje, es ist auch Sturmnacht, Nebelwand und einsamer Hof am Deich, und Reihen wie diese nehmen genau diese zweite Wahrheit der Landschaft ernst. Dass sie ihren Weg über digitale Plattformen gehen, passt am Ende sogar ins Bild, das Genre, das die Region literarisch kartiert hat, wurde zu großen Teilen auf genau solchen Wegen gebaut.
Im siebten Abenteuer von Lukas Jansen bekommt er es mit zwei Großmächten im Wettbewerb um die Energieversorgung für Deutschland zu tun. In …